Preisgekrönte Filmdoku und Diskussion mit Hans Well

Demokratie & Bürgerrechte
40 Jahre Wackersdorf: Wendepunkt der politischen Kultur

Mittwoch, den 17.6.26 | 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) | Kulturtheater Tutzing

Wir zeigen die mehrfach preisgekrönte Filmdokumentation SPALTPROZESSE und diskutieren anschließend über die politische Kultur in unserem Land, über den Erhalt unserer Demokratie und Bürgerrechte. Als besonderer Gast des Abends und aktiver Zeitzeuge wird Hans Well über seinen Protest gegen die WAA berichten, Texte und Lied inklusive – moderiert von Gerald A. Herrmann, Gemeinderat und Vorstand der GRÜNEN Tutzing.

Anlässlich des Volksaufstands am 17. Juni 1953 und des 40. Jahrestages von Tschernobyl und des WAA-Widerstands in Wackersdorf schlägt der Abend die Brücke von historischen Ereignissen zu heute wieder aufflammenden Debatten über ‚Kleine Modulare Reaktoren‘. Mit ihrem Gemeinderatsantrag zur Ablehnung von Atomkraft in Tutzing wollen die Grünen den konsequenten Weg zu Erneuerbaren festigen.

Special Guest: Hans Well
Musiker und Satiriker | Mitglied der Wellbappn | Mitbegründer der Biermösl Blosn | bayerisches Urgestein und musikalisches Multitalent

Kulturtheater Tutzing | Kirchenstraße 3 | 82327 Tutzing
Kartenreservierung unter: vorstand@gruene-tutzing.de
Eintritt: 15 Euro, ermäßigt für Jugendliche & Schüler 5 Euro

Filmbeschreibung:

SPALTPROZESSE ist der erste von drei Dokumentarfilm der Autoren Bertram Verhaag und Claus Strigel zur Atom-Thematik.

»Spaltprozesse – Wackersdorf 001« kennzeichnen das Leben in der Oberpfalz; Spaltprozesse vollziehen sich unter den Menschen in der ländlichen Region um die geplante Wiederaufarbeitungsanlage (WAA): Seit Bekanntwerden des endgültigen Standorts der WAA am 4. Februar 1985 haben viele Oberpfälzer ihre gewohnten Bahnen verlassen.

Der Film eröffnet einen tiefen Einblick in landschaftliche, ökologische Zerstörung, schildert die mit dem Bau einer WAA verknüpften atompolitischen Absichten, verdeutlicht die Gefährdung der Bevölkerung durch radioaktive Schadstoffemissionen. Dabei stehen die bedrohten Menschen der Region in ihren persönlichen und politischen Veränderungsprozessen eindeutig im Vordergrund. Ehemals staatsgläubige Bürger wandeln sich in zaghafte Radikale. Beamtinnen, Hausfrauen und Mütter zeigen ein politisches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, das über ihre anfängliche reine Empörung weit hinausreicht. Männer in lokaler Honoratiorenstellung scheuen weder offene Worte noch aktive Solidarität mit »Chaoten« bei CS-Gaseinsätzen am Bauzaun. Menschen äußern ihre ohnmächtige und kämpferische Wut bei sich zu Hause wie auch Auge in Auge mit bewaffneten, schildbewehrten Polizisten inmitten von bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen.

Der Film weckt »zugleich die Hoffnung, dass die Menschen politisch handeln mögen: Gegen Umweltzerstörung und die sogenannte friedliche Nuklearwirtschaft« ~ Jury der Evangelischen Filmarbeit

Preis der deutschen Filmkritik: „In überzeugender Gestaltung erschließt der Film dem Zuschauer herausfordernde Informationen zur Auseinandersetzung um die WAA Wackersdorf. Differenziert stellt der Film individuelle Bewusstseinsprozesse dar und eröffnet so einen emotionalen Zugang zum existentiellen Kampf einer ganzen Region.“

Spaltprozesse erhielt insgesamt 12 Preise und Auszeichnungen.

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